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Interview mit dem kicker-Bewerter PDF Drucken E-Mail
Freitag, 12. Mai 2006

 1. Du hast ja für einiges Aufsehen im Gästebuch gesorgt. Doch die wahrscheinlich am häufigsten gestellte Frage ist wohl die: Wer steckt hinter dem Bewerter?

Dazu möchte ich eigentlich nichts sagen, nur so viel und da denke
ich, verrate ich nicht zu viel, ich bin aus Mitwitz und ich kenn mich ganz
gut in der Mannschaft aus.

2. Du bist also, wenn ich Dich richtig verstanden habe, aktiver Fußballer
beim FCM?

Wie schon gesagt, ich kenn mich ganz gut in der Mannschaft aus.

3. Wie bist Du eigentlich zu dem Job gekommen?

Naja, eigentlich ganz einfach, vor Beginn dieser Saison wurde auf
der Homepage die Stelle eines Bewerters gesucht, ich hab dann meine
Bewerbung beim Webmaster abgegeben und dieser hat mich dann ausgewählt.


4. Wie hast Du Dich auf die jeweiligen Spiele vorbereitet?

Vorbereitet eigentlich gar nicht, denn jedes Spiel ist anders, da
spielt der Eine mal überragend und im nächsten Spiel ist er dann wieder
grottenschlecht, so etwas kann man nicht vorhersehen.


5. Das schon, aber Du schüttelst doch nicht einfach so die Beurteilungen
aus dem Ärmel?

Nein, das nicht. In der Vorsaison gab es ja schon mal für ein paar
so was ähnliches im Gästebuch, da hab ich mich schon ein wenig dran
orientiert. Dazu kommen noch einige "fußballtypische" Floskeln, die immer
wieder vorkommen, die übernimmt man dann halt. Und dann natürlich wird man
durch das regelmäßige Lesen eines Fußballmagazins beeinflußt, dessen Namen
ich jetzt hier nicht nennen will. Dadurch ist auch die Idee mit dem "Spieler
des Spiels" entstanden.


6. Du spielst auf den Eintrag von Karl-Heinz Heimann, dem Herausgeber des
kicker-Sportmagazins, an.

Ja, aber mehr möchte ich zu diesem Thema nicht sagen, denn ich
will keine Unterlassungsklage riskieren.


7. Ok, das wollen wir respektieren. Wie kommen dann Deine Beurteilungen
zustande?

Vieles entsteht schon während des Spiels und abends nach dem Spiel
oder am nächsten Tag setz ich mich hin und bringe meine Ideen zu Papier.


8. Wie viel Zeit nimmt das pro Spiel in Anspruch?

Bis die Beurteilung letztlich im Gästebuch erscheint, brauche ich
im Schnitt zwei bis drei Stunden.


9. Was hat Dich jetzt dazu bewogen, daß Du den Job als Bewerter
hinschmeißt?

Der hauptausschlaggebende Grund ist die Tatsache, dass zu viele
Leute im Laufe der Zeit meine Identität erkannt haben, bzw. ahnen wer ich
sein könnte. Da macht es keinen Sinn mehr weiter zu machen, denn dann
verliert sich mit der Zeit der Reiz. Der Bewerter lebt durch seine
Anonymität und die ist nicht mehr ganz gegeben. Außerdem war die letzte
Beurteilung gegen Neuengrün ein krönender Abschluß, denn die Mannschaft hat
da ein überragendes Spiel gezeigt. Da macht es auch viel mehr Spaß, wenn man
für die Mannschaft ein gutes Zeugnis ausstellen kann. Denn im Herzen bin ich
ein Mitwitzer mit Leib und Seele und da tut es immer weh, wenn man schlechte
Noten verteilen muss. Mir tut es heute noch Leid, dass ich mal einem Spieler
die Note 5,5 geben musste, aber da ging es echt nicht anders.
Die anderen Gründe, die ich kürzlich im Gästebuch aufgeführt habe, die mich
zu meiner "Kündigung" bewogen haben, spielen da natürlich auch mit rein.
Aber dazu möchte ich noch sagen, weil das von mir im Gästebuch zu drastisch
ausgedrückt wurde, dass die anderen Argumente (z.B. Kommentare von
Zuschauern, Veröffentlichung im Stadionblatt, usw.) zwar auch mit
hineinspielen, der Hauptgrund aber immer noch darin besteht, dass zu viele
Leute meine wahre Identität kennen.


10. Also wird es den k****r-Bewerter im Gästebuch nicht mehr geben?

Ich werde im Gästebuch nicht mehr als k****r-Bewerter in
Erscheinung treten. Aber vielleicht lass ich mir was anderes einfallen...


Das wollen wir hoffen und danken recht herzlich für das Gespräch.

 
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