Beide
Teams waren zu Beginn auf Sicherheit bedacht und versuchten mit
sicheren Passspiel in die Partie zu finden. Die beiden Abwehrreihen
wurden nicht angegriffen und die jeweilig angreifende Elf durfte ruhig
von Hinten raus spielen. Neustadt erarbeitete sich mehr und mehr
Spielanteile, setzte diese Überlegenheit aber nicht in Torszenen um. Die
Keeper waren gänzlich beschäftigungslos und das Meiste spielte sich im
Mittelfeld ab. Auch die Abseitsfalle funktionierte beidseitig sehr gut,
sodass die Stürmer kaum in Erscheinung traten. Es dauerte bis zur 26
Minute, ehe ein verunglückter Freistoß aus dem Halbfeld aufs Tor von Tim
Wachsmuth flog und dieser damit zum ersten Mal eingreifen musste. Sein
Gegenüber, Jan Winterstein war dann in der 33 Minute schon geschlagen,
als Steffen Müller – schön freigespielt von Sebastian Faber – den Ball
im Strafraum knapp am Kasten vorbei spitzelte. Fünf Minuten vor der
Pause hatte der FC seine 100% Möglichkeit in Person von Tobias Martin,
der nach einem langen Ball, Sieger im Laufduell gegen Thorsten Redl war
und dann den Ball über das Tor hob. Zur Pause sagte der Mitwitzer
Keeper: „Wer in diesem Spiel das erste Tor schießt wird die Partie
gewinnen!“ – und Recht sollte er behalten. Die erste Hälfte war viel
Krampf und Kampf, keiner wollte einen Fehler machen und wenn der Letzten
den Vorletzten empfängt war auch kein hochklassiges Traumspiel zu
erwarten.
Die
250 Zuschauer sahen aber im zweiten Durchgang doch mehr Emotionen und
Action vor den Toren. Auf Seiten des TBVfL kam Florian Höhn für
Christoph Höhn links in der Viererkette und sollte hier Druck auf der
Außenbahn ausüben. Dieser Schachzug ging zunächst auf: gleich nach
Wiederanpfiff setzte Fabio Cannone den eingewechselten Mann auf dem
linken Flügel in Szene, dieser zog nach innen und schoß mit rechts aber
über das Tor. Auch Mitwitz machte nun mehr für die Offensive, Erik
Vetter legte quer zu Christian Baiergösslein und dieser bediente Patrick
Steube auf halblinker Position, der die Kugel nur knapp am langen
Pfosten vorbei zirkelte. In der 56. Minute die Führung für die Gastgeber
durch Florian Höhn und symptomatisch für das Spiel war es eine leicht
abgefälschte Flanke, die sich über Jan Winterstein in die Maschen
senkte. Der direkte Gegenzug nach dem 1:0 hätte schon den Ausgleich
bringen können/müssen, als Erik Vetter auf rechts Außen auf die
Grundlinie zog und halbhoch nach innen flankte, aber Dominic Fischer aus
fünf Metern den Fuß hinhielt und der Ball an die Unterkante der Latte
prallte. Der Abpraller landete bei Tobias Martin, aber der FC Goalgetter
verfehlte mit seiner Granate das Gehäuse. Nun war mehr Feuer in der
Partie, Karten auf beiden Seiten und viel Emotionen. Nach einem Eckstoß
von Florian Höhn verschätzte sich Jan Winterstein und am zweiten Pfosten
musste Daniel Oppel nur den Kopf hinhalten und einnicken, aber der
junge Stürmer zog den Kopf ein. Mitwitz war fortan mindestens
ebenwürdig, vor allem Spielertrainer Fischer und der agile Erik Vetter
trieben das Spiel der Gäste an. Die letzte Durchschlagskraft aber fehlte
zu oft. Natürlich wechselte Fischer die Offensiven ein und zehn Minuten
vor Ende stellte er Keeper Winterstein in den Sturm und Ersatztorwart
Andreas Laschka hütete das Gehäuse. Neustadt hatte logischerweise nun
mehr Platz zum Kontern, aber spielten diese nicht konsequent genug zu
Ende, so blieb es bis zum Schluss spannend. In der 89. Minute musste
Maurizio Turturro mit der Ampelkarte das Spielfeld verlassen und
aufgrund seines übertrieben langsamen Weg herunter, ließ Manuel Ries
vier Minuten nachspielen. Die Gäste drängten auf den Ausgleich.
Bekanntes Mittel hohe und lange Bälle in den Strafraum, der
Kopfballstarke Fischer verlängert zu Tobias Martin der nimmt den Ball an
und seinen Fallrückzieher hält Tim Wachsmuth. Letzte Aktion: Eckball
für den FC, wieder fällt ein Gästespieler und hofft auf den Pfiff des
Unparteiischen, aber das Spiel läuft weiter und wieder kommt der Ball
hoch nach innen, wo Jan Winterstein am Fünfmeterraum völlig frei
einköpft aber der Linienrichter sofort aus Abseits entschied.
Am
Ende gewinnt der TBVfL Neustadt nicht unverdient, da sie über 90
Minuten das etwas engagierte Spiel ablieferten. Den optischen Vorteilen
der Hausherren, hatte die Gäste aber zwei 100% Möglichkeiten
dagegenzusetzen, die sie aber nicht nutzten. Insgesamt war es das
erwartete Kampfspiel, dass durch ein „Ei“, wie es Martin Fischer nannte
einen glücklichen Sieger fand. Die Puppenstädter geben damit den
Steinachtalern die rote Laterne über die Winterpause mit. Für beide
Teams wird es wohl ein ganz harter und steiniger Weg, aber in beiden
Lagern ging es die letzten Jahre nur bergauf und das es bei den
vorhanden Mitteln irgendwann mal stagniert oder rückwärts geht, ist den
Meisten klar.