Den
besseren Start erwischte die Heimelf, die schon in der ersten Minute
fast eine verunglückte Abwehraktion des TBVfL ausnutzen hätten können,
aber Tobias Martin war nach dem langen Ball von Spielertrainer Markus
Fischer nicht entschlossen genug. Nur knapp fünf Minuten später die
erste Großchance für den FC Mitwitz, als Christian Beiergösslein
halblinks im Strafraum frei zum Schuss kam, aber seinen unplatzierten
Abschluss parierte Marco Lichtenstein ohne Probleme. In der 10.
Spielminute ereignete sich die spielentscheidende Szene: Neustadts
Abwehr klärte mit einem langen Ball, dieser übersprang an der
Mittellinie zwei Mitwitzer und landete bei Sebastian Faber. Neustadts
Stürmer nahm den Ball gut an, schickte Maurizio Turturro auf der linken
Seite in die Gasse, dieser flankt trotz zweier Gegenspieler fast
ungehindert und in der Mitte fühlten sich zwei Abwehrspieler nicht für
Sebastian Faber verantwortlich, der mit einem sehenswerten Flugkopfball
den schönsten Angriff der Partie mit dem 1:0 für seine Farben krönte.
Danach wurde das Derby immer kleinlicher und Nickligkeiten auf beiden
Seiten prägten das Spiel. Kaum ein geordneter Angriff war für die
Zuschauer zu erkennen, Kampf und Krampf beidseitig. Mitte der erste
Halbzeit testete der TBVfL durch Fabio Cannone, Andre Wittmann und
Steffen Müller mit drei Distanzschüssen den Mitwitzer Keeper, der seinen
Job aber souverän löste. Mitwitz fehlte die spielerische Idee und viele
Unterbrechungen ließen auch weiterhin kaum ein gepflegtes Angriffsspiel
zu. Standards mussten als für Action im Strafraum sorgen: Torentfernung
35 Meter, linke Außenlinie, Markus Fischer flankt den Ball auf den
zweiten Pfosten, wo Kapitän Mario Totzauer lauerte, aber sein Kopfball
nicht das Ziel fand. Beim Spielstand von 0:1 und einer angemessenen
Nachspielzeit pfiff Schiedsrichter Christian Stahl zur Pause.
Wer
im zweiten Abschnitt auf mehr Fußball hoffte, wurde enttäuscht. Zwar
begannen die Hausherren wieder forsch, aber Christian Beiergösslein
stand bei aussichtsreichen Positionen zwei Mal knapp im Abseits. Es
dauerte bis zur 60. Spielminute ehe Fabio Cannone seinen Stürmer
Sebastian Faber schickte, dieser aber am aufmerksamen Schlussmann Jan
Winterstein scheiterte. Gefahr entstand nur, durch Absprachefehler in
einer der beiden Hintermannschaften oder durch kuriose Rückpässe, wie
der von Marc Hofmann, als Jan Winterstein gerade noch so an den Ball
kam, sonst wäre Neustadts Stürmer aufs leere Tor gelaufen. Gut zehn
Minuten vor dem Ende hatte schon manch Puppenstädter den Torschrei auf
den Lippen, als wieder der emsige Fabio Cannone Sebastian Faber mit
einem Lupfer bediente und der Stürmer den herausgeeilten Keeper
überköpfen wollte, aber Jan Winterstein mit den rechten Fingerspitzen
noch ans Leder kam. Die Mitwitzer stellten um und Markus Fischer
übernahm die Mittelstürmerposition. Fast mit Erfolg, denn nach einem
Durcheinander im Strafraum des TBVfL kam der Ball zum eingewechselten
Heiko Opel aber dessen Schuß konnte im letzten Moment noch geblockt
werden. 88. Spielminute, langer Ball in den Sechzehner der Puppenstädter
und nach dem Zweikampf zwischen Sebastian Hammerschmidt und Markus
Fischer lag der Ball im Tor, doch der Mitwitzer Spielertrainer machte es
wie einst Diego Maradona und wurde allerdings mit seiner „Hand Gottes“
von den Unparteiischen erwischt. Das Gespann hatte es offenbar eilig und
pfiff die oft unterbrochene Partie sehr pünktlich ab.
Alles
in allem ein glücklicher Sieg der Gäste, denn eigentlich hatte dieses
Spiel keinen Sieger verdient. Für den TBVfL war es allerdings von großer
Bedeutung und nun ist das Team von Thorsten Redl in der neuen Saison
auch punktetechnisch angekommen. Ein spielerisch eher enttäuschendes
Derby mit einer sehr geringen Nettospielzeit. Viele berechtigte
Unterbrechung machten einen geordneten Spielfluss zunichte.