Den besseren Start erwischte der SV Friesen, der
die ersten Zweikämpfe gewinnen konnte und in der dritten Minute zum
ersten Abschluss kam. Allerdings war der Kopfball von Bastian Wachter
nach einer schönen Flanke von Philipp Beetz zu unplatziert und daher
harmlos. Die Hausherren brauchten knapp fünf Minuten, um in die Partie
zu kommen. Nach einem Foul knapp 30 Meter vor dem Gehäuse des SVF legte
sich Christian Grünbeck den Ball zurecht. Seinen harten und platzierten
Freistoß ließ Friesens Schlussmann Siegfried Kirschbauer nach vorne
prallen und Johannes Müller erzielte mit der ersten Chance seines Teams
den Führungstreffer. Der Mittelfeldspieler reagierte schneller als die
Gästeabwehr und damit führten die Mitwitzer nach exakt 328 Sekunden mit
1:0. Friesen zeigte sich davon aber wenig beeindruckt und versuchte im
Mittelfeld das Spiel in die Hand zu nehmen. Vor allem Frederik Martin
und Philipp Beetz sorgten für den Friesener Spielaufbau. Nach knapp
einer Viertelstunde wurde Bastian Wachter schön in die Gasse geschickt,
konnte aber den Ball nicht in Torrichtung mitnehmen, so dass er bis zur
Grundlinie lief, dann den Ball gekonnt zurücklegte, aber der Schuss von
Alper Yürük fand nicht das gewünschte Ziel. Fast im direkten Gegenzug
die Großchance zum 2:0, aber nach einer guten Kombination über Tobias
Martin und Matthias Dötschel scheiterte Christian Beiergrößlein am
Außennetz. Wiederum nur wenig später machte es auf der anderen Seite
Philipp Beetz besser und besorgte mit seinem Kopfball den Ausgleich
(18.). Vorangegangen war ein Flanke aus dem Halbfeld von Dominik Zwosta
und acht Meter vor dem Tor stieg der aufgerückte Mittelfeldspieler am
Höchsten und platzierte den Ball sehenswert im langen Eck. Die ersten 20
Minuten versprachen ein sehr gutes Bezirksoberligaspiel mit Chancen auf
beiden Seiten, aber danach kam ein Bruch ins Spiel und die Partie
verflachte. Friesen überließ den Mitwitzern mehr Spielanteile, die aber
in der Vorwärtsbewegung kein Kapital daraus schlagen konnten und auch
Friesen hatte im Angriff in dieser Phase wenig zu bieten. Kurz vor der
Pause noch mal Aufregung im Strafraum der Gäste, als Friesens Keeper
nach einem Rückpass einen Querschläger produzierte, aber Tobias Martin
nach der Ballannahme noch entscheidend gestört werden konnte. Diese
Szene war laut zahlreicher Zuschauern sinnbildlich für die Saison der
Blau-Weißen und spiegelte ein wenig das derzeit fehlende Selbstvertrauen
wider. Mit 1:1 ging es dann in die Kabine und auch wenn Friesen in der
Spielanlage den reiferen, besseren Eindruck machte, waren die
Spielanteile gleichwertig verteilt, Mitwitz hatte sogar die besseren
Chancen.
Auch im zweiten Abschnitt war die Partie kein
fußballerischer Leckerbissen, doch das konnte man auch angesichts der
Tabellensituation nicht erwarten. In der 50. Minute die erste Halbchance
für den FCM durch einen Distanzschuss von Christian Grünbeck aus der
zweiten Reihe, der immerhin einen Eckball zur Folge hatte. Diesen führte
Mitwitz schnell aus und Christian Beiergrößlein verfehlte den Winkel
nur um wenige Zentimeter mit seinem 16-Meter-Schuss. Drei Minuten später
der nächste Aufreger durch den herauslaufenden Siegfried Kirschbauer,
der erst einen Mitwitzer Stürmer geschickt ins Leere laufen ließ aber
dann mit dem Außenrist den Ball in die Mitte vor die Füße von Alexander
Günther spielte. Dieser allerdings ging nicht konsequent genug zu Werke,
so dass er das leerstehende Tor nicht zum Erfolg nutzen konnte. Friesen
übernahm nun mehr und mehr das Heft des Handelns und holte sich durch
mehr Ballbesitz die nötige Sicherheit in ihren Aktionen. Angetrieben von
den beiden „Sechsern“ kam nun auch Friesens Torjäger Alexander Hurec
besser ins Spiel und hatte in der 57. Minute seine erste Gelegenheit,
die ihm aber Marcel Renner mit einer schönen Parade zunichte machte.
Mitwitz kam nur noch durch Konter oder Standards zu Entlastung. Knapp 20
Minuten vor dem Ende eine powerplayartige Spielsituation, in der die
Friesener den Ball geschickt um und auch im Strafraum der Heimelf laufen
ließen. Den ersten Schuss von Alper Yürük konnte Marcel Renner noch
abwehren, aber der zweite Versuch des Türken von der 16-Meter-Linie fand
den Weg ins Tor (70.). Mitwitz gab sich aber noch nicht geschlagen,
einen tollen Pass von Johannes Müller in den Lauf von Erik Vetter nahm
dieser in den gegnerischen Strafraum mit, legte quer auf den
eingewechselten Dominic Fischer, aber auch er konnte den Ball nicht im
Kasten unterbringen. Friesen hatten nun Räume und der schnelle Alexander
Hurec sorgte mit seinem 1:3 für die Entscheidung. Erst lief er den
Abwehrspielern davon, legte dann allerdings den Ball zu weit vor als er
an Marcel Renner vorbeilief und spitzelte dann den Ball von der Auslinie
vors Tor und unglücklich an das Schienbein von Marc Hofmann und von
dort trudelte der Ball über die Linie. Mitwitz mühte sich nach besten
Kräften, aber ein Tor wollte beziehungsweise sollte ihnen einfach nicht
mehr gelingen. Auch nach tollem Einsatz von Markus Angermüller an der
Grundlinie, der wieder Dominic Fischer bediente, brachte keinen Erfolg,
da dessen Schlenzer am langen Eck vorbei ging. Am Ende gar noch das 1:4,
wieder durch Alexander Hurec, der nach einem schönen Zuspiel des
eingewechselten Marcel Lindner mühelos einschieben konnte.
Der SV Friesen feiert am Ende einen verdienten
Auswärtssieg, da sie im zweiten Abschnitt ihre spielerische
Überlegenheit in Tore ummünzten und die Gastgeber einfach ihre
Möglichkeiten ausließen. Friesen ist damit endgültig durch. Für Mitwitz
ist zwar rechnerisch noch der Relegationsplatz möglich, aber dazu sind
vier Siege nun Pflicht!